Hämodialyse

Als eines der ältesten nephrologischen Zentren Niedersachsens führen wir seit über 40 Jahren Hämodialysebehandlungen durch. Viele Patienten sind seit über 30 Jahren in regelmäßiger Behandlung.

Hämodialyse / Hämodiafiltration ist das in Deutschland am häufigsten angewendete Dialyseverfahren (ca. 90 % aller Dialysepatienten). Diese wird in der Regel dreimal pro Woche über 4 bis 5 Stunden durchgeführt. Bei besonderen medizinischen Problemen kann es auch notwendig sein, häufiger oder länger zu dialysieren. Das ist zwar viel Zeit, die für andere Aktivitäten nicht zur Verfügung steht,  aber kürzere Behandlungszeiten sind in den meisten Fällen nicht sinnvoll, da keine ausreichende Entgiftung des Körpers stattfinden kann. Immerhin arbeiten gesunde Nieren schließlich rund um die Uhr! 

Während der Dialyse wird das Blut außerhalb des Körpers gereinigt. So übernimmt die Maschine eine wichtige Aufgabe der Nieren. Das Blut wird über ein Schlauchsystem in einen Filter - den Dialysator - gepumpt. Hier fließt das Blut durch sehr viele, sehr dünne Schläuche aus einem speziellen Material, die außen vom Dialysatwasser umspült werden. Die Giftstoffe können die Wand dieser Schläuche durchdringen, während die wichtigen Blutbestandteile drinnen bleiben. So wird das Blut von Abfallprodukten des Stoffwechsels gereinigt, die mit dem verbrauchten Dialysatwasser fortgespült werden. Zudem kann überschüssiges Körperwasser entfernt werden. Das gereinigte Blut wird dem Patienten wieder zugeführt. 

Da die Dialyselösung im Dialysator Kontakt mit dem Blut des Dialysepatienten hat, ist es von besonderer Bedeutung, dass diese hygienisch kontrolliert und von einwandfreier Qualität ist. Wir gewährleisten dies durch moderne Wasseraufbereitung mit doppelter Filtration und zusätzlicher Sterilfiltration vor jedem Dialysegerät.

Für eine wirksame Hämodialyse muss dem Organismus eine größere Menge Blut entnommen und wieder zugeführt werden. Die natürlichen Blutgefäße des Menschen sind dafür jedoch nicht geeignet. Deshalb wird bei einer kleinen Operation eine Kurzschlussverbindung zwischen einer Arterie und einer Vene geschaffen, meistens im Unterarmbereich. Das Blut durchströmt die Vene dann mit einem höheren Druck und einer höheren Fließgeschwindigkeit. Diese für die Blutversorgung ungefährliche Kurzschlussverbindung wird als Shunt bezeichnet. Wenn noch kein Shunt vorhanden ist oder die Anlage eines Shunts nicht möglich ist, kann die Blutentnahme auch über einen Katheter erfolgen, der in eines der großen Blutgefäße eingelegt wird. 
Da bei diesen Kathetern immer das Risiko von Infektionen besteht, sind sie nur als Not- oder Übergangslösung anzusehen.

Leider ist auch ein Shunt nicht frei von evtl. auftretenden Problemen. Wir haben über 25 Jahre lang in unserem Operationssaal die Shunts unserer Patienten ambulant operiert. Aus  Gründen der Zulassung dürfen wir als Internisten dieses leider nicht fortführen. Trotzdem besteht eine langjährige Expertise.

Zur Diagnostik stehen uns zur Verfügung:

  • Duplexsonographie
  • Shuntangiographie in unserer eigenen Röntgenanlage 
  • Fluss- und Rezirkulationsmessungen zur Überwachung der Shuntfunktion mit dem 
    Transsonic ®-Gerät.

Wir pflegen eine enge Kooperation mit den interventionellen Radiologen der Röntgenpraxis am Marstall und im KRH Klinikum Siloah sowie mit der chirurgischen Abteilung im Vinzenzkrankenhaus und im KRH Klinikum Siloah. So ist eine zeitnahe Diskussion und ggf. interdisziplinäre Lösung von Shuntproblemen sichergestellt.

Dialysepatienten sind bei ansteckenden Erkrankungen stärker gefährdet. Wichtig sind aus unserer Sicht daher in jedem Dialysezentrum kontrollierte Hygienemaßnahmen, die ausschließliche Verwendung von Einmalartikeln (keine Wiederverwendung von Dialysatoren) und die sorgfältige Visite und Diagnostik durch erfahrene Ärzte. Unsere Kollegen Dr. Hörl und Dr. Patecki sind Hygienebeauftragte und haben die nötige Weiterbildung absolviert. 
In Ergänzung zu diesen Maßnahmen behandeln wir Patienten mit ansteckenden Erkrankungen in gesonderten Räumen:

  • Patienten mit Hepatitis B, C oder HIV: Dialysezentrum Ahlem
  • Patienten mit Besiedlung durch MRSA/ORSA: Dialysezentrum Ahlem 

Wir setzen für die Dialyse moderne Geräte der Hersteller Nikkiso und Fresenius ein. Zu unseren Mitarbeitern gehören drei Dialysetechniker, die von den Herstellern geschult wurden und so Wartungsarbeiten und Reparaturen an den Geräten nach Herstellervorgaben durchführen dürfen.

Neben den normalen Dialysezeiten tagsüber bieten wir zusätzlich am Heidering eine Abend- bzw.  Nachtdialyse an. Davon profitieren insbesondere berufstätige Dialysepatienten, die so Beruf und regelmäßige Dialysebehandlung gut miteinander vereinbaren können.